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15 Jan 2011

 v.l.n.r: Erich Spamer, Dr. Volkmar Stein, Siegfried Wanowski, Liliane LeGendre, Dieter Kosch, Gerard Legendre, Bernd Luft

 

Gérard Le Gendre aus der französischen Partnerstadt Loudéac und Dr. Volkmar Stein wurden am Samstag mit der Bürgerplakette der Stadt Büdingen für ihre Verdienste um die Kultur und die Völkerverständigung ausgezeichnet. Die Plaketten und Urkunden überreichten ihnen Bürgermeister Erich Spamer und Stadtverordnetenvorsteher Bernd Luft. Gleichzeitig wurden Stein und Le Gendre von Vereinsvorsitzenden Dieter Kosch zu Ehrenmitgliedern des Verschwisterungsvereins der Stadt Büdingen ernannt. Zur Verleihung der hohen Auszeichnung waren zahlreiche Gäste und Wegbegleiter der vielfältig aktiven früheren Lehrer in den Sitzungssaal des Historischen Rathauses gekommen. Unter ihnen waren Erster Stadtrat Manfred Hix, Mitglieder des Magistrats und der Parlaments, Freunde und frühere Kollegen der Geehrten sowie Oberstudiendirektor Kurt Funk, Leiter des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums zu Beginn des Schüleraustauschs, die derzeitige Direktorin, Dr. Susanne Gebauer und der Büdinger Ehrenbürger Willi Luh. „Über ihn fand ich den ersten Kontakt zum Büdinger Gymnasium“, bekannte Le Gendre später. Le Gendre und Dr. Stein sind Initiatoren des Schüleraustauschs zwischen der bretonischen und der oberhessischen Stadt, waren Wegbereiter der offiziellen Städtepartnerschaft und gehörten zu den Gründungsmitgliedern der jeweiligen Verschwisterungsvereine ihrer Städte, waren viele Jahre Vorsitzender und Vorstandsmitglied – wie Le Gendre, oder im Vorstand aktiv - wie Dr. Stein. So hatten beide über Jahrzehnte ganz enge Berührungspunkte.
Die Laudatio für Le Gendre hielt der Rathauschef. Der heute 70-jährige Bretone war durch freundschaftliche Kontakte seiner Ehefrau Liliane bereits Mitte der sechziger Jahre erstmals in die damalige Kreisstadt gekommen. Beide waren Lehrer in Loudéac und sprechen hervorragend Deutsch. 1974 entstand während des ersten Besuches einer Büdinger Delegation in Loudéac, darunter auch Dr. Volkmar Stein, die Idee des Schüleraustauschs, der bereits 1975 mit einer Schulpartnerschaft zwischen dem Büdinger Gymnasium und dem Lycée in Loudeác besiegelt wurde. Hierbei waren die Kontakte der Familie Le Gendre sehr hilfreich.

 

Im Mai 1975 fuhren die ersten Büdinger Schüler nach Loudéac, im September desselben Jahres kamen die ersten bretonischen Jugendlichen hierher. 1985 wurde der Schüleraustausch auf die Privatschule Saint Joseph und die Schule am Dohlberg ausgedehnt. 1983 folgte auf Anregung von Le Gendre die offizielle Städtepartnerschaft. Diese Initiative hatte der damalige Bürgermeister Eberhard Bauner nur allzu gerne aufgegriffen. Le Gendre war Gründungsmitglied des „Comittée de Jumelage“ in Loudéac, langjähriger Vorsitzender, Vorstandsmitglied und Übersetzer. Spamers Dank galt sowohl Le Gendre als auch seiner Gattin Liliane für die Pflege und den Ausbau der Städtepartnerschaft und die vielen damit verbundenen Freundschaften. Auch schloss er Michelle Daniel aus Loudéac darin ein, die ebenfalls intensiv für die Partnerschaft aktiv ist, und überreichte den beiden Bretoninnen Blumen. In seiner Dankesrede betonte Le Gendre, die Städtepartnerschaft sei für ihn Herzensangelegenheit und Hobby. Er dankte allen Wegbegleitern, Freunden, den Lehrerteams und den Schulleitern für die stets offene und freundschaftliche Aufnahme. Die Verdienste von Dr. Stein würdigte Stadtverordnetenvorsteher Luft. „Sie haben das kulturelle Leben der Stadt seit vielen Jahrzehnten wesentlich und vielfältig mitgeprägt“, hob er hervor, und ging auch auf Steins ausgezeichnete Rhetorik ein. Stein war Mitbegründer des Kulturkreises und 26 Jahre im Vorstand, 20 Jahre Leiter des Literarischen Salons, übernahm Jahrzehnte lang politische Verantwortung in der Stadtverordnetenversammlung, war seit der ersten Stunde bei der Musik- Kunstschule und begleitete als langjähriges Vorstandsmitglied deren Aufbau und Entwicklung. Als Gründungsmitglied des Verschwisterungsvereins und über zwei Jahrzehnte lange Vorstandsarbeit setzte er sich ebenso wie Le Gendre nachhaltig für die Völkerverständigung ein. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Lehrer am Büdinger Gymnasium war der heute 73-Jährige Herausgeber mehrerer Festschriften und eines Anekdotenbandes. Beim Büdinger Geschichtsverein zeigte er großen Einsatz für die Geschichts- und Kulturpflege und zeichnet als Autor wissenschaftlicher Aufsätze. Auch Steins zahlreiche Forschungen zu Eichendorff, über dessen Dichterbild er promovierte, und seine Arbeit für die Eichendorff-Gesellschaft blieben nicht unerwähnt, ebenso wenig seine Tätigkeit für katholische Pfarrgemeinde Büdingen. Stein dankte herzlich für die Auszeichnung und allen Weggefährten. Nur gemeinsam mit ihnen habe er dies alles bewegen und bewältigen können. Dieter Kosch hob hervor, dass die beiden neuen Ehrenmitglieder des Verschwisterungsvereins sich intensiv um die Verständigung zwischen Franzosen und Deutschen kümmern und auf vielen Besuchen neue Freundschaften knüpften und pflegen. Auch ihre Übersetzungs- und Rhetorikkünste waren stets gefragt.

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