Zum Europatag


Büdingen zeigt Flagge zim Europatag: Am Kreisel in der Innenstadt prangen die Flaggen unserer Partnerstädte mit frühlingshaften Grüßen.

Foto: M. Eichenauer


In seiner neunten Symphonie hat Ludwig van Beethoven das Schiller-Gedicht „Ode an die Freude“ vertont, seit 1972 ist der letzte Satz der Symphonie die offizielle Europahymne. Die vorletzte Textzeile lautet „Alle Menschen werden Brüder“, und das ist nicht allein für Europa ein Thema, sondern eigentlich weltweit. Im April vergangenen Jahres, während des ersten Lockdowns, hatten Silke Rullmann und Thomas „Charly“ Appel vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr weit oberhalb des Jerusalemer Tors auf ihren Trompeten in den wolkenlosen blauen Himmel und über die Dächer der Stadt Büdingen die „Ode an die Freude“ geblasen. Sie standen im Korb der komplett ausgefahrenen Drehleiter der Büdinger Wehr und hatten dort in luftiger Höhe mit der Beethoven-Komposition, die diese markante Schiller-Zeile beinhaltet, ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen dafür, dass gerade zu Zeiten der Pandemie ein gutes Miteinander und repektvoller Umgang untereinander von höchster Bedeutung ist.


Genauso ist es mit dem Erhalt von Freundschaften, auch wenn man sich in diesen Krisenzeiten nicht persönlich sehen kann. So bleiben aber doch viele andere Zeichen der Freundschaft, die sagen: „Ich denke an dich, wir denken an euch“. So ist es auch mit den zum Teil jahrzehntelangen Freundschaften unter Menschen der Büdinger Partnerstädte Loudéac in Frankreich, Tinley Park in den USA, Bruntal in Tschechien, Sebes in Rumänien, Herzberg in Brandenburg und Gistel in Belgien, über Ländergrenzen und sogar über den großen Ozean hinweg.


Jedes Jahr standen gegenseitige Besuche auf der Tagesordnung, die bestehende Freundschaften intensivierten und neue schufen. Das ist seit über einem Jahr nicht möglich. Es bleiben aber Mails, Telefonate und Briefe und auch schon die eine und andere Online-Konferenz, bei denen man sich wenigstens auf dem Bildschirm sehen konnte. Über alle Grenzen hinweg sind auch sie Bausteine am Haus Europa. Es wird auch in schwierigen Zeiten weitergebaut. Das zeigt auch die vielfältige Hilfe aus den Partnerstädten nach der Hochwasserkatastrophe. Seien es ansehnliche Spenden aus Bruntal und Loudéac, die zum Teil durch sehr kreative Ideen zur Spendensammlung zusammen kamen, oder Hilfsangebote der Feuerwehr aus Herzberg, und sogar aus dem fernen Tinley Park kam Unterstützung für die Betroffenen an.




Zum Europatag 2021 grüßen wir alle Mitlieder und Freunde des Büdinger Verschwisterungsvereins und Büdingens Bürger ganz herzlich!


Heute wird von Politikern wieder daran erinnert, dass Friede, Freiheit und Solidarität zentrale Werte der EU sind, die gleichsam gebündelt in ihrem Motto „Einheit in Vielfalt“ ihren Niederschlag finden. Mancher wird sagen, das seien „schöne Worte“ – die Wirklichkeit sehe anders aus.


Wir, der Büdinger Verschwisterungsverein und die Büdinger Bürger haben dieses Jahr die Erfahrung gemacht, dass diese Werte nicht nur Worte sind:

Wir haben nach der Hochwasserkatastrophe gelebte Solidarität von den Menschen in unseren Partnerstädten erfahren: Sie haben uns spontan mit Spenden unterstützt und weitere Hilfe angeboten. Das ist Solidarität in Aktion, für die wir unendlich dankbar sind!


Wir leben Europa mit unseren Freunden in Loudéac, Bruntal, Herzberg und Sebes – gemeinsam teilen wir schöne Ereignisse, aber in der Not helfen wir uns auch gegenseitig. Mit jedem Austausch bauen wir weiter an der großen Idee eines friedlichen, freiheitlichen, solidarischen Kontinents und gemeinsam mit unseren europäischen Freunden pflegen wir auch die Freundschaft über den großen Teich hinweg mit unseren Freunden in Tinley Park!


Vor 71 Jahren hat Robert Schumann seine berühmte Rede gehalten, die als Geburtsstunde der Europäischen Union gilt. Stück für Stück arbeiten wir daran, dass aus einer schönen Utopie Wirklichkeit wird:

Wir sind Europa!

Sieglinde Huxhorn-Engler Henrike Strauch

Erste Vorsitzende Erste Stadträtin

Büdinger Verschwisterungsverein