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Einfach rollen lassen, nicht nachdenken

29 May 2017

BESUCH AUS LOUDEAC 1185 Kilometer, vier Tage, zwei Räder: Die Geschichte von Jean Morin und Franck Le Huidoux

 

BÜDINGEN - „Ein bisschen mehr Pasta als sonst“ stand abends auf dem Tisch für die beiden Radfahrer Jean Morin und Franck Le Huidoux, die in nur vier Tagen die 1185 Kilometer lange Strecke von Loudéac nach Büdingen mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. Am Montag, 22. Mai, um 6 Uhr waren sie in Loudéac am Büdingen-Kreisel gestartet, am Donnerstagabend, 25. Mai, um 22.30 Uhr kamen sie in Büdingen am Loudéac-Kreisel an. Eigentlich wollten die beiden Männer schon gegen 20 Uhr da sein, hatten sich aber in Darmstadt ein wenig verfahren. Entsprechend groß war die Begeisterung dann, als sie von der Familie, die schon mit dem Auto angereist war, und von Freunden begrüßt worden sind. Silke Ahlers hatte sogar Sekt dabei.

Wie schafft man so eine Strecke in nur vier Tagen? „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man ist verrückt oder ein bisschen krank“, antwortet Jean Morin mit einem breiten Grinsen im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger. „On roule, on ne reflechit pas – man rollt, man denkt nicht nach. Das einzige Ziel ist, jeden Tag den geplanten Ankunftsort zu erreichen“, führte er weiter aus. So „rollten“ die beiden 49-Jährigen am ersten Tag 280 Kilometer, am zweiten 310, am dritten 290 und am letzten Tag 305 Kilometer. Station hatten sie gemacht in Alencon, fuhren nördlich an Paris vorbei bis Soissons, dann bis 20 Kilometer vor der Grenze und am vierten Tag bis nach Büdingen. Gestartet waren sie außer am ersten Tag in Loudéac, wo sie von Freunden verabschiedet worden waren, morgens um 4 Uhr und fuhren bis abends 20, 21 Uhr. Jean Morin hatte die Route ausgearbeitet und die Hotels gebucht. „Zwei diffizile Regionen gab es, die sehr hügelig waren, einmal das Vexin nördlich von Paris und im Saarland, dort waren 100 Kilometer Strecke nur hügelig, das war sehr ermüdend“, berichtet Franck Le Huidoux,.

Die beiden Bretonen sind schon sehr lange Freunde, haben drei Jahre gemeinsam die Schulbank gedrückt, sich dann aber aus den Augen verloren und vor einigen Jahren beim Radfahrverein Trévé, einem Nachbarort von Loudéac, wieder getroffen. Franck Le Huidoux ist von 14 bis 21 Jahre große Touren gefahren, hat auch an Radrennen teilgenommen, dann aber aufgehört und sich 20 Jahre später wieder für lange Touren auf den Sattel gesetzt. Jean Morin ist ebenfalls von Jugend an passionierter Radfahrer und war vor vier Jahren schon einmal mit weiteren neun Leuten mit dem Rad in Büdingen. Damals meisterten sie die Strecke von der Bretagne nach Oberhessen allerdings „entspannter“ in zehn Tagen.

Die beiden Männer fahren von April bis September jeden Sonntagmorgen um die 100 Kilometer Fahrrad – in nur vier Stunden. Auf die Frage „Vermisst Euch die Familie sonntags nicht?“ sagt Franck Le Huidoux ganz trocken: „Sie kochen währenddessen das Mittagessen.“ Zuletzt haben die Männer zur Vorbereitung der Tour sonntags zwischen 150 und 200 Kilometer zurückgelegt. Eine Überraschung gab es am letzten Etappentag in Nierstein: Laut Routenplan sollte es dort eine Brücke über den Rhein geben. Doch die Brücke war weg! Da entdeckten die beiden die Fähre über den Fluss und der Tag war gerettet.

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