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Im Zeichen der Nächstenliebe

29 May 2017

Pfarrer Ulrich Pfifferling (3.v.r.) und der frühere Petersdorfer Michael Winkler (6.v.r.) freuen sich über den regen Zuspruch. Viele Vertreter aus der Politik sind in diesem Jahr in Michelau zugegen. Foto: Eichenauer

 

PETERSDORF-TAG Seit mehr als 20 Jahren erfährt rumänisches Dorf Hilfe aus der Region

 

MICHELAU - (co). Es ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Vor 22 Jahren feierten die Menschen in Michelau zum ersten Mal den Petersdorf-Tag. Petersdorf – ein Dorf, das zu Büdingens rumänischer Partnerstadt Sebes/Mühlbach zählt und in Siebenbürgen am Fuße der Karpaten liegt. „Gelebte Nächstenliebe sorgt hier für einen zwar kleinen, aber wichtigen Baustein für das Haus Europa“, würdigte Sieglinde Huxhorn-Engler, die neue Vorsitzende des Büdinger Verschwisterungsvereins, die Freundschaft sowie die Idee hinter dem Tag. Sie lebt seit Jahrzehnten in Michelau und hat die Anfänge der Hilfsaktion – zunächst einer Familie und einzelner Bürger – verfolgt.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Mittagessen, Kaffee und Kuchen unterstützen die Menschen aus Michelau, Wolferborn und Rinderbügen sowie ihre Besucher in jedem Jahr die Diakonie Petersdorf. Mit dem Geld finanzieren die Mitarbeiter das „Essen auf Rädern“ für bedürftige und alte Menschen. Das Konzept geht voll auf, das Fest wird in jedem Jahr prima angenommen. So freuten sich im Dorfgemeinschaftshaus des höchstgelegenen Büdinger Stadtteils Pfarrer Ulrich Pfifferling und Michael Winkler, ein Petersdorfer, der mit Ehefrau Katharina schon seit 26 Jahren „auf der Michelau“ lebt, über regen Zuspruch.

Während der Feier gedachten die Besucher Ronalt Pfaff, der im Dezember verstorben war. Pfaff war als Kind mit seinen Eltern aus Petersdorf gekommen und ein sehr rühriger Organisator des Petersdorf-Tages. Sein Nachfolger als Organisator der Helfergruppe ist Andreas Dengel, der seit zehn Jahren in Rinderbügen wohnt und im Vorstand der bundesweiten Heimatgemeinschaft Petersdorf sitzt. Zu der Traditionsveranstaltung in Michelau kommen jedes Jahr etliche ehemalige Petersdorfer, zum Teil bis aus Süddeutschland.

Zu den Gästen gehörte diesmal unter anderem Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU), dessen Eltern aus Siebenbürgen stammen und der die Initiative des Helferkreises für Petersdorf schon lange unterstützt. „Ich bin begeistert, dass in Ihrem Dorf fern von der Politik Heimatverbundenheit so gelebt wird und dass Sie mit Freude schon so lange ganz konkrete völkerverbindende Partnerschaftsarbeit betreiben“, hob er hervor. Auch Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) lobte die „tatkräftige Initiative in Ihren Dörfern, mit denen Sie der Diakonie bei ihrer wichtigen Aufgabe, der Unterstützung alter und bedürftiger Menschen, zur Seite stehen“. Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) unterstrich, „wie wunderbar es ist, dass aus diesen freundschaftlichen und sehr hilfsbereiten Beziehungen der Menschen aus der Kirchengemeinde zu den Petersdorfern, die nun schon über zwei Jahrzehnte währt, eine offizielle kommunale Partnerschaft zwischen Büdingen und Sebes erwachsen ist, die dieses Jahr schon ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann“. Auch die beiden Landtagsmitglieder Klaus Dietz (CDU) und Lisa Gnadl (SPD) schlossen sich den guten Wünschen für die zukünftige Partnerschaft an.

Dekanin Sabine Bertram-Schäfer gestaltete zusammen mit Pfarrer Ulrich Pfifferling und dem Kirchenchor einen Gottesdienst im Gemeinschaftshaus. In ihrer Predigt sagte die Dekanin: „Auch wenn sich in Rumänien viel zum Positiven geändert hat, herrscht andererseits noch bittere Armut. Mit Ihrer Hilfe tut sich ein Weg auf, dass arme und alte Menschen nicht nur täglich ein warmes Essen bekommen, sondern auch menschliche Wärme und Zuwendung“. Während des Gottesdienstes wurde der Dankesbrief des Petersdorfer Ortspfarrers Dr. Wolfgang Wünsch verlesen, der ebenfalls an die soziale Komponente des „Essens auf Rädern“ erinnerte: „Auf diese Weise besteht auch ein regelmäßiger Kontakt zu den Leuten, die ja meist allein leben, sodass wir im Notfall gleich reagieren können.“

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